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Der Name LANNERS

Erstes Vorkommen

Der Name LANNERS erscheint zum ersten Mal in einer schriftlichen Quelle im Taufakt des Hans Jacob Lannersch am 30. März 1679 in Holzthum. Erst 2 Jahre früher war das Tauf-, Heirats- und Sterberegister der Pfarrei Consthum von Pfarrer Brauners begonnen worden.

Ab 1686 erscheint der Name LANNERS zum ersten Mal in Holzthum, nachdem er schon 1681 in dem Verkaufsakt der Lanners Vogtey in Constum gebraucht wurde. In den nächsten Jahrzehnten wird noch LANDES 1689 und LANNES zwischen 1698 und 1733 gebraucht. Ab 1733 findet sich nur noch die Schreibweise LANNERS in den Kirchen- und Zivilstandsbüchern. Eine Kuriosität stellt ein Geburtsakt 1899 im 14. Arrondissement von Paris dar: Annette LANNERCE, Tochter von Catherine, die jedoch bei einer Niederkunft drei Jahre vorher klar LANNERS hieß. Hatte der Zivilstandsbeamte keine Papiere der Catherine zur Hand als er den Namen nach der französischen Aussprache niederschrieb?

Ein paar Jahre vorher wurde 1891 in Tyrone, Pennsylvania, John L. LENNOUS als unehelicher Sohn von John LANNERS, Maurer und Nachkomme einer Familie LANNERS aus Hoscheid geboren. Andere Namensänderungen sind möglich, auch in umgekehrter Richtung: Die Vorfahren von Dr. Thomas LANNERS, Pianist und Professor für Klavier an der Universität von Oklahoma in Stillwater erscheinen in den Volkszählungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts als LENNARS.

Aus demselben 17. Jahrhundert sind Namen mit ähnlicher Schreibweise oder Aussprache bekannt:

  • LANNEN in Kehlen und Schwebach 1656
  • LANGEN in Beggen und Dommeldange 1611
  • LANGES in Beringen 1653
  • LANGERS in Beggen und Guirsch 1656
  • LANSER in Echternach und Ehnen 1656.

(ANL, Ed. Oster: Noms de famille aux 14e-17e siècles)

Im Jahr 1656 liess der Provinzialrat, die damals für weltliche Angelegenheiten zuständige Behörde, ein Feuerstättenverzeichnis erstellen, um die Lage der Bevölkerung nach den Verwüstungen des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) zu erfassen. In Consthum lebte LAMMERS Endress (Andreas), Taglöhner, "wohnt in einem Backhaus - sein Wohnhaus und seine Güter sind in Herren Hand (der Besitzer der Schüttburg, wegen nicht bezahlter Schulden?), besitzt weder Pferd noch Kuh, verdient mit Roden und Hacken ein Malter (ungefähr 150 Liter) Frucht".(Edouard Oster, Das Feuerstättenverzeichnis des Jahres 1656, Lëtzeburger Bauere-Kalenner 1953-1981, neu herausgegeben von Alph. Wiltgen 2009 S.151) Es ist durchaus möglich, dass es sich hier um einen Hör/Schreibfehler handelt und dass Endress LANNERS hiess.

Eine Verwandschaft mit Trägern mehr oder weniger ähnlicher Namen aus der Mitte des Landes kann wohl ausgeschlossen werden, aber das gilt nicht notwendigerweise für den Namen LAMMERS in Consthum, dem Sitz der Pfarrei, wenige Kilometer von Holzthum und gerade mal 23 Jahre vor der Geburt Hans Jacobs. Handelt es sich um einen Verwandten Klesgens, des Vaters von Hans Jacob, der wohl um 1654 geboren wurde? Werden wir es überhaupt jemals erfahren? Durch die missliche Lage von Endress Lammers ist es unwahrscheinlich, dass er in einem Notarakt erwähnt ist, einzige mögliche Quelle weiterer Erkenntnisse.

In Luxemburg gibt es 2011 nach Kentnis des Autors nur eine Lanners Familie die nicht mit den Lanners aus Holzthum verwandt ist. Es handelt sich um Daniel Lanners der ebenfalls in Cents wohnt und der Eigentümer des Domainnamens lanners.lu ist. Der Name dieser Familie geht auf 1813 zurück als Petrus Langers von Hunsdorf nach Kopstal verzog wo seine Kinder unter dem Namen Lanners eingetragen wurden.

Es gibt den Namen LANNERS jedoch auch in England. Die Volkszählung von 1901 führt 26 Namensträger und Heiraten mit LANNERS-Partnern sind bis in unsere Zeit aktenkundig. Die Geschichte der englischen LANNERS und die Herkunft des Namens bleibt noch zu erforschen, aber bis auf Weiteres kann man davon ausgehen, dass es keine Verbindung mit Luxemburg gibt. Auf den Einwandererlisten nach Amerika befinden sich manche LANNERS aus England, und wir müssen somit annehmen, dass unter den zahlreichen heutigen amerikanischen LANNERS es auch viele Nachkommen der englischen Namensträger gibt. Auf der Webseite Worldnames findet man eine Übersicht über das Vorkommen des Namens in der Welt. Die Passagierliste der über den Hafen New York von 1820 bis 1957 in die Vereinigten Staaten Eingewanderten zählt ungefähr 140 LANNERS. Davon gaben 14 an britischer, 15 belgischer, 37 deutscher, aber keiner luxemburger Nationalität zu sein. Die ungefähr 31 bekannten luxemburger Amerikaauswanderer befinden sich wohl unter dem deutschen Kontigent, da die Luxemburger sich auch sehr oft als Deutsche eintrugen.

Bedeutung/Entstehen

Der Name LANNERS wird nicht in den deutschen, belgischen oder französischen namenskundlichen Referenzwerken aufgeführt. Das ist eigentlich auch nicht erstaunlich da der Name, obschon klar germanisch, bloss sehr wenig in Deutschland verbreitet ist und fast alle Träger dem Holzthumer Stamm zugeordnet werden konnten. In der Tat erscheint der Name auf den im Internet verfügbaren Namenskartierungen (z.B. Geogen) nur in Gegenden Deutschlands in denen der Autor mehr oder weniger weit entfernte Vettern ausmachen konnte.

Wir haben es also mit einem rein luxemburgischen Namen zu tun, wenn wir von dem Vorkommen in England absehen.

Zur Entstehung des Namens macht Emile Erpelding folgende 2 Erklärungsvorschläge:

  1. Eine Ableitung von dem Vornamen Léonard, der die Familiennamen LENERS und LENNERS ergeben hat. Sprachlich scheint diese Erklärung wenig wahrscheinlich, da sie einen Wechsel des Vokals "e" in "a" bedingt hätte. Sie wird sogar von Dr. Cristian Kollmann in einer Mitteilung an den Autor vom 28.9.2011 ganz in Abrede gestellt: „Lanners aus Leonhard ist hundertprozentig auszuschließen, da Leonhard über mhd. Lienhard im Luxemburgischen lautgesetzlich Léinert ergeben hat, d. h. mit lb. éi < mhd. ie wie in lb. Bréif < mhd. brief. Der Familienname Lenert zeigt demnach aufgrund der Schreibung mit e statt mit ie ein ebenfalls regionalspsrachliches Merkmal. Der Familiennamen Lanners kann dagegen lautgeschichtlich nur ein i und damit auch kaum ein a haben, da dieses in dieser Position gedehnt worden wäre: vgl. z. B. lb. spanen < mhd. spannen."
  2. Da die meisten Ortsnamen auch zu Familiennamen geführt haben, ist an das Dorf LANNEN im Kanton Redingen zu denken. Wurde etwa ein junger Mann aus Lannen der ein Mädchen aus Holzthum heiratete ,,der LANNER" genannt? Man muss bedenken, dass gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Bildung der Familiennamen noch nicht abgeschlossen war. Obschon diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden kann, ist es trotzdem unwahrscheinlich, dass ein junger Mann aus der Mitte des Landes sich ausgerechnet in Holzthum niederliess, einem abgelegenen Weiler im Oesling der 1656 gerade noch 2 Feuerstätten zählte. Tatsache ist aber, dass 1693 ein Pate aus Schandel, einer Ortschaft die auch im Gutland liegt und nicht näher ist als Lannen, in Holzthum aktenkundig ist.

     

    (BNL, Emil Erpelding : Die Kehrmühle bei Hoscheid, Sapeurs Pompiers Hoscheid 1987)

François Schroeder schlägt eine dritte Erklärung vor.
Die Linde heisst in der Luxemburger Sprache "Lann". Es ist ein sehr verbreiteter Baum in den Luxemburger Dörfern, wie auch die mehrere hundert Jahre alten Prachtexemplare vor der Pfarrkirche in Feulen bezeugen. Vielleicht stand eine "Lann"vor dem Haus der Familie, dem Zinshof der Schüttburg, dessen Pächter ja wechselten, und die Einwohner wurden der Einfachheit halber "die von der Linde", in Luxemburgisch "LANNESCH" genannt.

Nach Auffassung von Dr. Cristian Kollmann, hauptverantwortlicher Mitarbeiter am Projekt des Luxemburgischen Familiennamenatlas an der Universität Luxemburg, scheint sich der Ursprung „Linde“ des Namens Lanners zu bestätigen aufgrund einer typisch luxemburgischen Besonderheit, der Senkung (Wandlung) „i“ zu „a“ im Lauf der Sprachentwicklung. So hat sich der Name der Ortschaft Lannen aus Linden über Lynden und Landen herausgebildet. (Dénombrement de feux 1541 p.465). Ob der erste Lanners aus Holtzthum von Lannen zugezogen ist oder ob der Name sich lokal aus einer auffälligen Linde gebildet hat, ist mangels Quellen nicht mehr nach zu vollziehen.

© Claude Lanners 2008 - 2012
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. Februar 2012 um 20:50 Uhr